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Bruckner Orchester Linz

26.03.2020 -19:30 Uhr
Bruckner Orchester Linz Region:
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Kategorie:
Wels
Wels
Stadthalle Wels
Konzerte

"Bruckner betrat völlig neuen Boden, es drängte ihn, Visionen nie vorher gesehener Großartigkeit symphonisch auszudrücken, Kathedralen nie gehörter Klänge zu errichten." schreibt der Dirigent Lorin Maazel über Anton Bruckner im Geleitwort zu Renate Ulms Führer durch die Symphonien des Ansfeldener Meisters.


Während in den ersten beiden Orchesterkonzerten vor allem der geographische Klangraum den Bezug zum Saisonmotto bildet, lenkt dieses Programm den Blick auf den architektonischen Klangraum einer Komposition. Anton Bruckner ist einer der begnadeten Architekten solcher Klangräume, die wahrscheinlich nicht zuletzt in den realen Klangräumen großer Kirchen – allen voran dem Stift St. Florian – ihren Ausgangspunkt haben.


Um derlei "Kathedralen nie gehörter Klänge" errichten zu können, verwendet Bruckner charakteristische Bausteine. Einer davon ist der "Vorhang", den  Bruckner  am  Beginn der 4. Sinfonie durch das Flirren der Streicher ganz sachte öffnet, bevor wir dem eigentlichen Thema begegnen dürfen. Bruckner schafft dadurch eine  ganz  besondere  Aura für den Auftritt – fast wäre ich geneigt zu sagen, für das Erscheinen – seines musikalischen Hauptthemas.


Ein weiterer typischer Baustein ist der sogenannte "Bruckner-Rhythmus", eine Verknüpfung von Zweier- und Dreierrhythmus, der gleich nach dem Öffnen des "Vorhanges" das musikalische Geschehen prägt und bis zum Ende der Sinfonie immer wieder hörbar wird.


Ein weiteres unverwechselbares Element zur Gestaltung Brucknerscher Klangräume ist die Generalpause, eine Pause im Werk, die für alle Instrumente gleichzeitig gilt. Hier vermeint man den Organisten Bruckner zu erleben, wie er in den Generalpausen die Registrierung seiner symphonischen "Orgel" vornimmt. Für Bruckner typisch ist es, dass manchmal ein einzelnes Instrument während der Generalpause liegen bleibt. Damit schafft er einen Übergang von einem Raum in den nächsten.


Diesem gigantischen Brucknerschen Klangraum habe ich eine fünfminütige Miniatur aus der Feder Kurt Schwertsiks vorangestellt, in der sich der Komponist, der 2020 seinen 85. Geburtstag feiert, mit der Architektur der Großform Sinfonie auf ebenso tiefgründige wie humorvolle Weise auseinandersetzt.


 


 


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